Hirse Getreidearten

Hirse

Hirse
Hirsefeld

Die Hirse ist das älteste bekannte Getreide und sie war lange Zeit ein Hauptnahrungsmittel der Menschen auf allen Kontinenten. Im Altertum und im Mittelalter war sie das am meisten angebaute Getreide in Europa, denn damals galt sie als Hauptgetreide für den ärmeren Teil der Bevölkerung. Heute weiß man, dass das Spelz-Getreide reichlich Mineralstoffe und Vitamine enthält und genau deshalb erlebt es  aktuell wieder ein Comeback. Hirse ist heute kein „Arme-Leute-Essen“ mehr, denn man weiß jetzt, dass sie ein wertvoller Beitrag zur gesunden Ernährung ist.

Was ist Hirse?

Hirse

In Deutschland stammen die beiden ältesten Funde an Rispenhirse aus dem Zeitalter der Linienbandkeramik. Das ist die Zeit um 5500 – 4900 v. Chr.. Entdeckt hat man sie im mitteldeutschen Raum, nämlich in der Nähe von Leipzig und Haldersleben. Damals diente das Getreide dazu, ungesäuertes Fladenbrot zu backen. Das Wort Hirse geht auf den altgermanischen Begriff „Hirsi“ zurück, der für Sättigung und Nahrhaftigkeit steht. Erst in der Neuzeit wurde das Getreide durch die aus Amerika eingeführte Kartoffel und den Mais vollständig verdrängt.

Hirse in Europa und Nordamerika

Die Hirse gehört zu den Süßgräsern und dient heute in Afrika und großen Teilen Asiens noch immer als Hauptnahrungsmittel. In Europa und Nordamerika wird sie bevorzugt als Vogelfutter verwendet und die Kolben dienen in Osteuropa als Viehfutter. Man unterscheidet zwei Hauptgruppen. Zum einen gibt es die Sorghumhirse, die durch größere Körner bessere Hektarerträge sichert, zum anderen die kleinkörnige Millethirse. Zu Letzterer zählen die meisten bekannten Gattungen. Die Körner bilden die Grundlage für traditionelle Biere. Bekannt sind etwa das Dolo in West- und das Pombe in Ostafrika. Mit dieser wird ein glutenfreies Bier für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit hergestellt und in China erhält man einen Schnaps namens Maotai.



Hirse

So gesund ist Hirse

In Europa erfährt das kleine Korn seit einigen Jahren eine Renaissance, denn man schätzt inzwischen auch seine wertvollen Inhaltsstoffe. Ebenso ist Schleimfreiheit gegenüber anderen Getreidearten ein Grund. Mit der Gesundheits- und Fitnesswelle zu Beginn der 1980er Jahre wurde die Hirse wiederentdeckt, denn sie gilt als das mineralstoffreichste Getreide. Als besonders wertvoll wird der Silizumgehalt der Hirse betrachtet. Er ist wichtig für die Elastizität des Bindehautgewebes und das Aussehen von Fingernägeln und Haaren. Des Weiteren übertrifft der Eisengehalt den von anderen Getreidesorten um das Zwei- bis Dreifache und es leistet deshalb einen positiven Beitrag für die Blutbildung. Weitere Inhaltsstoffe sind Kalzium, Kalium, Kieselsäure, Magnesium, Natrium und Fluor. Es ist eiweiß- und fettreich und hat somit höchsten ernährungsphysiologischen Wert.

Die kleinen Körnchen sind für den Magen leicht zu verdauen und wer einen sensiblen Magen hat, sollte sich öfter eine Mahlzeit mit dem gesunden Getreide zubereiten. Sie belasten den Magen und Darm so gut wie nicht und sind reich an Eisen.

Die Zubereitung

Um das Getreide zubereiten zu können braucht man lediglich eine Tasse Hirse, die doppelte Menge Wasser und ein wenig Salz. Im Prinzip wird sie zubereitet wie Reis. Man kann alle Gerichte, in denen normalerweise Reis zur Verwendung kommt, durch gekochte Körner ersetzen. Insgesamt dauert die Zubereitung der Getreidekörner etwa 40 Minuten. So wird es gemacht:

  1. Hirse mit heißem Wasser gründlich waschen.
  2. Die Körner in einen Topf geben und mit der doppelten Menge Wasser bedecken.
  3. Eine kräftige Prise Salz zugeben.
  4. Deckel drauf und zum Kochen bringen lassen.
  5. Sobald das Wasser kocht, Temperatur reduzieren und für fünf Minuten köcheln lassen.
  6. Nun wird der Herd ausgestellt und man lässt die Hirse für 30 Minuten aufquellen.

Für mehr Geschmack kann man zum Kochen der Getreidekörner Gemüsebrühe verwenden. Wer möchte, kann vorher eine Zwiebel und Knoblauchzehe hacken, beides andünsten, Hirse, etwas Salz und Brühe zugeben und das Getreide wie im Basisrezept angegeben kochen.

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Nährstoffprofil

Neben den wertvollen Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen weist die Hirse ein interessantes Nährstoffprofil auf. Das Getreide ist beispielsweise eine perfekte Quelle für essentielle Aminosäuren und Antioxidantien. Mit etwa 14% Eiweißgehalt ist es auch eine wertvolle Proteinquelle. Der deutliche Anteil an Kalzium, Magnesium, Zink und Eisen lässt die Körner auch zu einem Füllhorn an Mineralstoffen werden. Wichtige B-Vitamine wie Vitamin B1, B3, B5 und B6 runden das Nährstoffprofil ab. Das Getreide eignet sich auch sehr gut für Allergiker, denn es ist glutenfrei.

Nährwerttabelle

ø NährwertBrennwertKalorienEiweißKohlenhydrateFett
pro 100g1480 kJ350 kcal9,8 g68,8 g3,9 g

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Fragen & Antworten

Für was ist dieses Getreide gut?

Als besonders wertvoll wird der Silizumgehalt der Hirse betrachtet. Er ist wichtig für die Elastizität der Bindehaut und das Aussehen von Fingernägeln und Haaren

Ist es leicht verdaulich?

Die kleinen Körnchen sind für den Magen leicht zu verdauen und wer einen sensiblen Magen hat, sollte sich öfter eine Mahlzeit mit dem gesunden Getreide zubereiten.

Roh essen oder einweichen?

Die Körner des Getreides sollten auf keinen Fall roh gegessen werden. Sie enthalten viele Eiweiß schädigende Enzyme. Diese werden erst zersetzt wenn es gekocht wird und somit leicht verdaulich wird.

Wie viele Kalorien hat es?

Das Getreide hat nur 114 Kilokalorien pro 100 Gramm, ist aber sehr sättigend. Proteine und 4 Prozent Ballaststoffe sind ebenfalls enthalten.

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  • […] ist tatsächlich einer der ältesten Getreide auf unserem Kontinent und war damals im Mittelalter das meist angebaute Getreide in Europa. Der […]

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