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Getreidearten Hirse

Hirse

Hirse
Bild: kostrez - Fotolia.com

Hirse ist das älteste bekannte Getreide überhaupt und war lange Zeit ein Hauptnahrungsmittel der Menschen auf allen Kontinenten. Es war im Altertum und im Mittelalter das am meisten angebaute Getreide in Europa.

Was ist Hirse?

Hirse



In Deutschland stammen die beiden ältesten Funde an Rispenhirse im mitteldeutschen Raum in der Nähe von Leipzig und Haldersleben aus dem Zeitalter der Linienbandkeramik, d.h. aus der Zeit 5500 – 4900 v. Chr.. Sie diente dazu, ungesäuertes Fladenbrot zu backen.

Das Wort Hirse geht auf das altgermanische Hirsi zurück, was für Sättigung, Nahrhaftigkeit steht. Erst in der Neuzeit wurde es durch die aus Amerika eingeführte Kartoffel sowie Mais vollständig verdrängt.

Hirse in Europa und Nordamerika

Die Hirse gehört zu den Süßgräsern und dient heute noch in Afrika und großen Teilen Asiens als Hauptnahrungsmittel. In Europa und Nordamerika wird sie bevorzugt als Vogelfutter verwendet, während Kolbenhirse in Osteuropa als Viehfutter Verwendung findet.

Es werden zwei Hauptgruppen unterschieden: Zum einen die Sorghumhirse, die durch größere Körner bessere Hektarerträge sichert, zum anderen die kleinkörnige Millethirse, zu der die meisten bekannten Gattungen gehören. Die Körner bilden außerdem die Grundlage für traditionelle Biere, wie etwa das Dolo in West- oder das Pombe in Ostafrika. Mit Hirse kann man industriell glutenfreies Bier für Menschen mit Glutenunverträglichkeit herstellen. In China gibt es einen Hirseschnaps namens Maotai.

Hirse
Bild: kostrez – Fotolia.com

In Europa erfährt das kleine Korn seit einigen Jahren eine Renaissance, denn man weiß inzwischen seine wertvollen Inhaltsstoffe sowie seine Schleimfreiheit gegenüber anderen Getreidearten besser zu schätzen. Mit der Gesundheits- und Fitnesswelle wurde die Hirse wiederentdeckt. Hirse ist das mineralstoffreichste Getreide.



Als besonders wertvoll wird ihr Silizumgehalt betrachtet, der für die Elastizität des Bindehautgewebes und das Aussehen von Fingernägeln und Haaren wichtig ist. Ihr Eisengehalt übertrifft den von anderen Getreidesorten um das zwei- bis dreifache, so dass Hirse auch einen Beitrag für die Blutbildung leistet. Weitere Inhaltsstoffe sind Kalzium, Kalium, Kieselsäure, Magnesium Natrium und Fluor. Sie ist eiweiß- und fettreich und hat somit höchsten ernährungsphysiologischen Wert.

Nährwerttabelle

ø NährwertBrennwertKalorienEiweißKohlenhydrateFett
pro 100g1480 kJ350 kcal9,8 g68,8 g3,9 g

 

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  • […] ist tatsächlich einer der ältesten Getreide auf unserem Kontinent und war damals im Mittelalter das meist angebaute Getreide in Europa. Der […]