Gerste Getreidearten

Gerste

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Gerstenfeld

Unter den vielen verschiedenen Getreidesorten stellt die Gerste im Grunde eine etwas weniger genutzte Getreideart dar. Sie gehört zur Familie der Gräser (Poaceae) und stammt ursprünglich aus dem Vorderen Orient und den Gebieten des östlichen Balkans. Gerste wächst in vielen Klimazonen, auch in Hochlagen bis zu 4.000 Metern. Die ältesten Nachweise der Nutzung stammen von etwa 15.000 v. Chr., was ihre lange Geschichte in der menschlichen Ernährung und Landwirtschaft unterstreicht.

Was ist Gerste?

Das Getreide erreicht eine Wuchshöhe von etwa 70 cm bis 1,20 m. Man unterscheidet wegen der unterschiedlichen Ähren zwischen zwei- und mehrzeiligen Formen. Es gibt zahlreiche Gersten-Sorten, die sich in ihren Anbaukriterien, wie Standortansprüchen und Ertragsleistung, unterscheiden. Die zweizeiligen Sorten – meist ist es das Sommergetreide – sind besonders stärkehaltig, enthalten aber wenig Protein. Hauptsächlich verwendet man sie in Brauereien und bei der Herstellung von Malz oder man verarbeitet sie zu Graupen. Ein Beispiel für die vielseitige Verwendung von Gerste ist ihr Einsatz als Tierfutter, in der Küche für Suppen oder in der Medizin als Heilpflanze.

Gerste ist zudem ein wichtiger Bestandteil der Fruchtfolge, da sie hilft, den Boden zu regenerieren und den Anbau vor Krankheiten zu schützen. Die Herkunft lässt sich auf den Nahen Osten zurückführen, was durch zahlreiche wissenschaftliche Quellen belegt ist. Im Vergleich zu anderen Getreidearten wie Roggen zeichnet sich dieses Getreide durch ihre Anpassungsfähigkeit und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten aus. Die Gerste für den Winter wird im Herbst ausgesät, die für den Sommer im Frühjahr. Man unterscheidet zwischen Spelz- und Nacktgerste.

Zu den aus Gerste hergestellten Produkten zählen neben Malz und Graupen auch Gerstenflocken, Gerstenmehl und verschiedene Getränke. Flocken und Mehl werden für die Zubereitung von Müslis, Brei und Suppen verwendet. Flocken sorgen für gute Verträglichkeit und können bei der Ernährung nach Magen-Darm-Erkrankungen hilfreich sein.

Wissenschaftliche Bezeichnung

Gerste trägt den wissenschaftlichen Namen „Hordeum vulgare“ und gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae). Als eine der ältesten domestizierten Getreidearten spielt sie weltweit eine bedeutende Rolle in der Landwirtschaft. Die Art Hordeum vulgare umfasst zahlreiche Sorten, darunter die weit verbreitete Sommer- und Wintergerste, die sich in Aussaatzeitpunkt und Nutzung unterscheiden. Neben der Kulturgerste gibt es weitere Hordeum-Arten, wie die Wildgerste (Hordeum spontaneum), die als Vorfahr der heutigen Kulturformen gilt.

Die enge Verwandtschaft innerhalb der Gattung Hordeum ermöglicht eine gezielte Züchtung und Anpassung an verschiedene Klima- und Bodenbedingungen. Das Getreide wird in vielen Regionen der Welt angebaut und ist als vielseitige Kulturpflanze sowohl für die Produktion von Bier, als Futter in der Tierernährung als auch für zahlreiche weitere Produkte von großer Bedeutung.

Unterschiede zwischen dem Spelz- und Nacktgetreide

Das Spelzgetreide enthält noch die harte Schale des Korns. Die Samenstruktur unterscheidet sich dabei deutlich zwischen Spelz- und Nacktgetreide: Während beim Spelzgetreide die Samen fest von der Schale umschlossen sind, liegen sie beim Nacktgetreide weitgehend frei, was die Nutzung und Verarbeitung erleichtert. Der Zustand des Korns ist bei Spelzgetreide durch die umgebende Schale geschützt, während das Nacktgetreide im reifen Zustand bereits ohne Spelz vorliegt und somit direkt weiterverarbeitet werden kann.

Bei Nacktgetreide aus kontrolliert biologischem Anbau handelt es sich um eine nahezu spelzfreie Züchtung, denn so muss das Getreide keinem mechanischen Prozess unterzogen werden und der hohe Anteil an gesunden Inhaltsstoffen bleibt erhalten.

Das Korn enthält etwa 10% Eiweiß und 57% Stärke, wenig Fett, dafür aber viele wichtige Nährstoffe und Spurenelemente wie Zink, Calcium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Kalium und Phosphor. Außerdem die Vitamine Niacin, B1, B2 und E. Die enthaltene Phytinsäure reguliert den Blutzuckerspiegel, Tocotrienol hemmt die Bildung von Cholesterin und Kieselsäure stärkt Haut, Haare und Nägel. Der hohe Ballaststoffgehalt von Gerste sorgt für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl, was die Kalorienaufnahme reduziert. Eine tägliche Aufnahme von 3 g Beta-Glucanen reduziert nachweislich den Blutcholesterinspiegel.

Eigenschaften der Gerste

Das Getreide wird in der Regel zwischen 0,7 und 1,2 m groß und gedeiht bevorzugt auf feuchtem Boden. Die Aussaat der Gerstenpflanzen erfolgt je nach Sorte entweder im Herbst oder im Frühjahr, wobei die Pflanzen unterschiedliche Wachstumsphasen durchlaufen. Allerdings handelt es sich bei dieser Sorte um eine sehr anpassungsfähige Pflanze, d.h. sie passt sich verschiedenen Wetter- und Bodenverhältnissen an. Somit ist sie eine Getreideart, die in vielen Regionen sehr ertragreich produziert werden kann. Man unterscheidet sie in zwei verschiedene Sorten, nämlich in Winter- und Sommergerste.

Wie die Bezeichnung schon aussagt, wächst die eine Sorte über die kühleren Monate hinweg, die andere eher in den wärmeren. Die Anbaugebiete der Sommergerste befinden sich hauptsächlich in Süddeutschland. Diese wird in Deutschland auf ca. 0,5 Millionen Hektar angebaut. Darauf wollen wir im nächsten Abschnitt näher eingehen.

Unterschiede Sommer- und Wintergetreide

Ihr Unterschied besteht darin, dass sie zu verschiedenen Zeitpunkten ausgesät werden. Die Wintersorte wird im September gesät, sodass sie im Frühjahr des folgenden Jahres geerntet werden kann. Auf diese Weise beginnt mit dieser Ernte die gesamte Getreideernte. Die Sommersorte ist wiederum ein Getreide, das wie viele andere Arten, im Frühjahr ausgesät wird und nach ungefähr drei Monaten geerntet werden kann. Neben der Sommergerste erweist sich die Wintergerste als die wesentlich ertragreichere Getreidesorte. Die Winter Variante liefert je nach Standort zwischen 50 und 90 dt/ha Fruchtertrag. Die Sommer Variante liefert je nach Standort zwischen 40 und 65 dt/ha Fruchtertrag.

Die Blüten stehen in Ähren, wobei die Anordnung der Blüten bei Sommer- und Wintergerste meist zweizeilig oder mehrzeilig ist und eine wichtige Rolle für die Bestäubung und den Ertrag spielt.

Dies liegt wahrscheinlich an der höheren Feuchtigkeit im Boden, während des Winters.  Es ist auch noch hinzuzufügen, dass es sich um einen Selbstbefruchter (Autogamie) handelt. Das heißt, die Pollen der ‘Blüte’ gelangen auf die Narbe derselben und befruchten die Pflanze. Während das Wintergetreide eher in der Tierfütterung Verwendung findet, dient das Sommergetreide fast ausschließlich der menschlichen Ernährung. Ungemälzt wird es zu Graupen oder Grütze verarbeitet.

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Verwendung von Gerste

Im Gegensatz zu diversen anderen Getreidesorten, wird dieses Getreide in erster Linie als Viehfutter in der Landwirtschaft verwendet. Dies wird bereits seit dem Mittelalter so in Europa gehandhabt und man erkannte diesen Nutzen auch schon in der Antike. Insbesondere wird das Wintergetreide zu Futtermitteln verarbeitet, denn es enthält relativ viel Eiweiß. Die Sommergerste wird zum größten Teil als Braugetreide genutzt, z.B. für Bier. Die spezielle Verwendung von Braugerste ist entscheidend für die Qualität des Bieres, da sie optimale Voraussetzungen für die Bierherstellung bietet. Sie enthält weniger Eiweiß, dafür jedoch mehr Kohlenhydrate und man verwendet sie auch in der Verarbeitung zu Malzkaffee.

Im Vergleich zu Weizen, der vor allem für die Herstellung von Brot und anderen Backwaren aufgrund seines hohen Glutengehalts verwendet wird, findet Gerste hauptsächlich als Futtergetreide, für die Produktion von Bieren und als Quelle für Ballaststoffe Verwendung. Darüber hinaus kann es zu Mehl verarbeitet werden, das für die Zubereitung von Brot, Brei oder anderen Lebensmitteln genutzt wird. Neben Deutschland und Frankreich gehört vor allem Russland zu den größten Lieferanten.

Gesundheitliche Vorteile

Im medizinischen Bereich spricht man der Getreidesorte, insbesondere wegen der leicht löslichen Ballaststoffe, sogar Heilpotential zu. Interessant ist, dass der Begriff Gerstenkorn auch eine medizinische Augenlidentzündung (Hordeolum) bezeichnet, die durch eine bakterielle Infektion entsteht. Insbesondere die Sorten mit einem hohen Beta-Glucan (β-Glucan) Gehalt sollen sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken. Beta-Glucane können helfen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren. Darmbakterien nutzen sie als Energiequelle. Die Aufnahme als Teil einer Mahlzeiten lässt den Blutzucker-Spiegel weniger stark ansteigen.

Gerstentee hat entzündungshemmende Eigenschaften und ist gut für die Verdauung. Gerstenwasser wird aus gekochten Körnern gewonnen und löscht den Durst, hilft bei Fieber und Magenproblemen. Da diese Behauptungen als wissenschaftlich bestätigt gelten, sind sie mittlerweile auch als Health Claim zugelassen. Verzehrfertige Lebensmittel, die Sorten mit einem hohen Anteil dieser löslichen Ballaststoffe enthalten, dürfen also mit dieser nährwert- und gesundheitsbezogenen Kennzeichnung angeboten werden. Weitere Informationen zu den gesundheitlichen Aspekten finden Sie auf unserer speziellen Seite.

Die Gerstenpflanze im Detail

Die Gerstenpflanze (Hordeum vulgare) ist ein einjähriges Gras, das typischerweise eine Höhe von 0,7 bis 1,2 Metern erreicht. Der aufrechte Halm trägt wechselständig angeordnete Blätter mit parallelnerviger Struktur. Die Blütenstände sind Ähren, die je nach Sorte zwei- oder mehrzeilig sein können. Die Ährchen sind die kleineren Einheiten der Ähre und tragen die Gerstenkörner, die von Spelzen umhüllt sind. Während der Entwicklung spielen die Samen eine zentrale Rolle, da sie nicht nur die Fortpflanzung sichern, sondern auch für die Ernte und Nutzung von großer Bedeutung sind.

Besonders charakteristisch sind die langen, borstenartigen Grannen, die an den Spelzen sitzen und der Gerste ihr typisches Aussehen verleihen. Der Zustand der Pflanze während der Wachstumsphase ist entscheidend für die Qualität und den Ertrag, da Umweltfaktoren den Entwicklungszustand maßgeblich beeinflussen können.

Die Ähre

Die Ähre ist das auffälligste Merkmal der Gerstenpflanze und prägt das Erscheinungsbild von Hordeum vulgare maßgeblich. Sie besteht aus einer Hauptachse, an der die kleinen Ährchen in regelmäßigen Abständen angeordnet sind. Je nach Gerstensorte – etwa Sommer- oder Wintergerste – können die Ähren zweizeilig oder mehrzeilig aufgebaut sein. In jedem Ährchen entwickeln sich die Körner, die von festen Spelzen umgeben sind. Besonders charakteristisch für die Gerste sind die langen, feinen Grannen, die an den Spelzen sitzen und der Ähre ein borstig-auffälliges Aussehen verleihen.

Die Form, Größe und Anordnung der Ährchen und Grannen unterscheiden sich je nach Sorte und beeinflussen sowohl die Erntemenge als auch die Qualität der Gerstenkörner. Für die Braugerste ist die Beschaffenheit der Ähre ein entscheidender Faktor, da sie die Eignung für die Malz- und Bierherstellung mitbestimmt. Die Ähre übernimmt somit eine zentrale Rolle in der Entwicklung und Nutzung der Pflanze und ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen den verschiedenen Gerstensorten.

Ursprungsgebiete und Geschichte der Gerste

Die Ursprungsgebiete der Gerste liegen im Vorderen Orient und auf dem östlichen Balkan. Archäologische Funde belegen, dass die Kulturgerste bereits vor etwa 10.000 Jahren aus der Wildgerste (Hordeum spontaneum) domestiziert wurde. Die ältesten Nachweise der Nutzung stammen von etwa 15.000 v. Chr. Die ältesten Funde stammen aus der Jungsteinzeit, etwa 7.000 v. Chr., und zeigen die lange Bedeutung dieser Getreideart in der menschlichen Ernährung und Landwirtschaft. Im Laufe der Jahrtausende wurde sie in vielen Regionen Europas und Asiens angebaut und spielte eine wichtige Rolle als Grundnahrungsmittel und Futterpflanze.

Gerstensorten und ihre Nutzung

Es gibt verschiedene Sorten, die sich in Ährenform, Körnerzahl pro Ährchen und Verwendungszweck unterscheiden. Die Vielfalt der Gersten zeigt sich in ihren unterschiedlichen Sorten, die je nach Anbaugebiet und Nutzung speziell ausgewählt werden. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen zweizeiliger Sommergerste, die besonders stärkehaltig ist und für die Bierherstellung (Braugerste) verwendet wird, und mehrzeiliger Wintergerste, die vor allem als Futter dient. Die Auswahl der Sorte beeinflusst den Eiweißgehalt, die Stärkequalität und damit die Eignung für bestimmte Produkte.

Anbau und Ernte

Gerste wird in vielen Klimazonen angebaut, bevorzugt jedoch gemäßigte Regionen mit gut durchlässigen Böden. Wintergerste wird im Herbst ausgesät und reift über den Winter, während Sommergerste im Frühjahr gesät wird und eine kürzere Vegetationsperiode hat.Das Getreide spielt zudem eine wichtige Rolle in der Fruchtfolge, da sie zur Verbesserung der Bodengesundheit beiträgt, den Anbau vor Krankheiten schützt und die Ernteplanung erleichtert. Die Ernte erfolgt je nach Sorte zwischen Juni und August. Die Erntemengen variieren je nach Region und Anbaubedingungen, wobei Deutschland, Russland und Frankreich zu den größten Produzenten zählen.

Verarbeitung und Produkte aus Gerste

Gerstenfeld

Die Verarbeitung von Gerste umfasst das Entfernen der Spelzen, das Schälen und das Mahlen. Aus den Körnern werden verschiedene Produkte hergestellt: Die Vielfalt der hergestellten Produkten reicht von Lebensmitteln bis zu Futtermitteln.

  • Graupen: geschälte Gerstenkörner, die als Suppeneinlage oder für Eintöpfe verwendet werden. Graupen entstehen durch das Schälen und Schleifen der Körner, wobei die Spelzen entfernt werden. Graupen sind geschälte Gerste, die nicht mehr keimfähig ist aufgrund der starken mechanischen Bearbeitung während der Verarbeitung.
  • Gerstenmehl: wird für spezielle Brote oder Backwaren genutzt, oft in Mischung mit Weizenmehl. Die Verarbeitung zu Mehl erfolgt durch das feine Mahlen der Körner, wodurch ein nährstoffreiches Mehl entsteht.
  • Gerstenflocken: für Müslis oder Breie. Flocken sind besonders gesundheitsfördernd, da sie viele Ballaststoffe und Vitamine enthalten.
  • Malz: Grundlage für Bierherstellung und Malzkaffee
  • Gerstengras: als Nahrungsergänzung in Pulverform oder in Salaten

Gerste wird traditionell in vielen deutschen Gerichten verwendet, wie zum Beispiel in Graupensuppe, Eintopf oder anderen herzhaften Speisen. Besonders in Eintöpfen und Suppen kommt die Vielseitigkeit zur Geltung. Im Vergleich zu Weizen, der vor allem für die Herstellung von Brot und anderen Backwaren verwendet wird, findet das Getreide häufiger in Suppen, Eintöpfen und ballaststoffreichen Produkten Anwendung.

Tabelle: Nährstoffgehalt von Gerste je 100 g

NährstoffMenge
Energie1320 kJ (315 kcal)
Eiweiß10,6 g
Kohlenhydrate73 g
davon Zucker0,8 g
Fett2,3 g
Ballaststoffe17,3 g
Beta-Glucaneca. 4 g
Calcium33 mg
Eisen3,6 mg
Magnesium130 mg
Kalium452 mg
Zink2,3 mg
Vitamin B1 (Thiamin)0,3 mg
Vitamin B3 (Niacin)4,6 mg

Bedeutung der Gerste in der Ernährung und Landwirtschaft

Gerste spielt eine wichtige Rolle in der Tierernährung, insbesondere als Futter für Vieh. In der menschlichen Ernährung wird sie zunehmend als gesundes Vollkorngetreide geschätzt, das durch seinen hohen Ballaststoff- und Beta-Glucan-Gehalt zur Förderung der Verdauung und Senkung des Cholesterinspiegels beiträgt. Die vielseitigen Produkte bereichern die Küche mit traditionellen Gerichten wie Graupensuppe oder Gersteneintopf.

Lagerung und Qualitätssicherung

Die Lagerung von Gerste erfordert trockene und kühle Bedingungen, um Schimmelbildung und Qualitätsverluste zu vermeiden. Die Feuchtigkeit der Körner sollte unter 15 % liegen. Moderne Lagertechniken und regelmäßige Qualitätskontrollen sichern die Haltbarkeit und Verwendbarkeit für verschiedene Produkte.

Vorteile von Gerste auf einen Blick

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  • Wichtig für nachhaltige Fruchtfolgen in der Landwirtschaft
  • Anpassungsfähige Kulturpflanze mit hoher Ertragsfähigkeit
  • Reich an Ballaststoffen und Beta-Glucanen für die Gesundheit
  • Vielseitige Verwendung: Bierherstellung, Nahrungsmittel, Tierfutter
  • Lange Geschichte und kulturelle Bedeutung

Farbvariationen und äußere Merkmale

Die Farbe der Körner variiert je nach Sorte und Reifegrad. Von hellem Goldgelb über Bernstein bis hin zu einem dunkleren Braunton sind verschiedene Nuancen möglich. Diese Farbunterschiede beeinflussen nicht nur das Aussehen, sondern auch die Verarbeitung und den Geschmack der daraus hergestellten Produkte. Die Ähren sind mit langen, feinen Grannen besetzt, die der Pflanze ihr charakteristisches Aussehen verleihen und gleichzeitig eine Schutzfunktion für die Körner darstellen.

Bedeutung in der Landwirtschaft

Als bedeutende Kulturpflanze nimmt sie eine wichtige Rolle in der Fruchtfolge ein. Durch ihre Anpassungsfähigkeit kann sie auf unterschiedlichen Böden und in verschiedenen Klimazonen angebaut werden. Die Aussaat erfolgt entweder im Frühjahr oder im Herbst, was eine flexible Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen ermöglicht. Neben der Nutzung als Futtermittel trägt sie zur Bodengesundheit bei und hilft, den Befall von Krankheiten in angrenzenden Kulturen zu reduzieren.

Unterschiedliche Sorten und deren Einsatzgebiete

Man unterscheidet hauptsächlich zwischen Sorten, die für die Malz- und Bierproduktion geeignet sind, und solchen, die als Futterpflanzen dienen. Die stärkehaltigen Varianten mit niedrigem Eiweißgehalt werden bevorzugt für die Herstellung von Malz verwendet, während proteinreichere Typen vor allem in der Tierernährung eingesetzt werden. Zudem existieren spezielle Züchtungen, die besonders resistent gegen Krankheiten sind und sich für den ökologischen Landbau eignen.

Verarbeitung und Produktvielfalt

Die Körner werden mechanisch von den ungenießbaren Schalen befreit und anschließend weiterverarbeitet. Dabei entstehen unterschiedliche Produkte wie geschälte Körner, Mehl, Flocken oder Malz. Geschälte Körner finden Verwendung in Suppen und Eintöpfen, während Mehl und Flocken oft in Backwaren und Müslis eingesetzt werden. Malz ist die Grundlage für die Bierherstellung und andere alkoholische Getränke. Darüber hinaus gewinnt das junge Grün als Nahrungsergänzungsmittel zunehmend an Bedeutung.

Gesundheitliche Aspekte und Nährstoffe

Das Korn enthält wertvolle Ballaststoffe, insbesondere lösliche Beta-Glucane, die sich positiv auf den Cholesterinspiegel und die Verdauung auswirken können. Zudem liefert es wichtige Vitamine der B-Gruppe, Vitamin E sowie Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium und Zink. Die schleimbildenden Eigenschaften unterstützen die Gesundheit des Verdauungstrakts und fördern ein langanhaltendes Sättigungsgefühl, was hilfreich bei der Gewichtskontrolle sein kann.

Historische Bedeutung und Verbreitung

Diese Kulturpflanze zählt zu den ältesten domestizierten Getreidearten und hat eine lange Tradition in der menschlichen Ernährung. Ursprünglich im Vorderen Orient und auf dem Balkan beheimatet, breitete sie sich im Laufe der Jahrtausende in weite Teile Europas und Asiens aus. Archäologische Funde belegen ihre Nutzung bereits vor mehreren tausend Jahren. Heute wird sie weltweit angebaut und spielt besonders in Ländern mit gemäßigtem Klima eine bedeutende Rolle.

Anbaugebiete und Erntezeiten

Die Hauptanbaugebiete liegen in Mitteleuropa, Nordamerika und Teilen Asiens. Die Aussaat im Herbst führt zu einer Ernte im Frühsommer, während die Frühjahrsaussaat meist im Spätsommer eingebracht wird. Die Ernteerträge variieren je nach Sorte, Standort und Witterungsbedingungen, liegen jedoch häufig zwischen 40 und 90 Dezitonnen pro Hektar. Die Pflanze ist relativ widerstandsfähig gegenüber klimatischen Schwankungen und kann auch in weniger fruchtbaren Böden erfolgreich kultiviert werden.

Nährwerttabelle

ø NährwertBrennwertKalorienEiweißKohlenhydrateFett
pro 100g1244 kJ293 kcal8,8 g60,7 g1,7 g

Fazit

Gerste ist eine vielseitige und anpassungsfähige Kulturpflanze mit einer langen Geschichte als eines der ältesten Getreidearten. Sie spielt eine wichtige Rolle sowohl in der Landwirtschaft als Futter als auch in der Lebensmittelindustrie, insbesondere beim Bierbrauen und der Herstellung von Malzprodukten. Die Unterscheidung zwischen Sommer- und Wintergerste ermöglicht eine flexible Aussaat und Ernte, angepasst an verschiedene Klimabedingungen. Zudem überzeugt es durch ihren hohen Gehalt an wertvollen Nährstoffen, darunter Beta-Glucane, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken können. Trotz ihrer vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten ist die Gerste in der menschlichen Ernährung etwas in den Hintergrund gerückt, bietet jedoch weiterhin zahlreiche kulinarische und gesundheitliche Vorteile. Insgesamt bleibt es eine bedeutende Getreideart mit großem Potenzial für Ernährung, Landwirtschaft und Industrie.

Welche Vitamine sind in Gerste enthalten?

Das Getreide enthält eine Reihe an Vitaminen. Zum Einen das A-Vitamin Retinol (Vitamin A1), außerdem aber auch Vitamin B1 (Thiamin), B2 (Riboflavin), B3 (Nicotinsäure), B5 (Pantothensäure) und Vitamin B6. Außerdem Vitamin E und Folsäure.

Wie sieht es aus mit Mineralstoffen?

Auch mit den wichtigsten Mineralstoffen ist das Getreide reichlich bestückt. So finden sich darin Anteile von Kalium und Phosphor, Natrium, Magnesium, Calcium, Mangan, Eisen, Kupfer, Zink und Selen.

Welches sind die größten Produzenten?

Die fünf größten Produzenten dieser Getreide-Sorte sind Russland, Frankreich, Deutschland, Australien und Spanien. Alleine in Deutschland gibt es, Stand 2019, etwa 1.723.000 Hektar Anbaufläche für das Winter- und Sommergetreide.

Was macht man alles aus Gerste?

Die bekannteste Variante ist wohl die Form von Graupen als Suppeneinlage. Die Körner werden aber auch zu Brot verbacken. Etwa 10 Prozent der weltweiten Produktion werden bei der Herstellung von Malz verwendet. Dieses kommt in Brauereien und bei der Herstellung von Malzkaffee oder Whisky zur Verwendung. Weiterhin fließt, insbesondere die Wintersorte, in die Herstellung von Futtermitteln für Tiere ein. Als Nahrungsergänzung ist mittlerweile auch das Gerstengras bzw. Gerstengraspulver bekannt.

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